
Zuletzt aktualisiert: 03.06.2011

April 2011
Bei Oliver de Vries übernachtet jeder Hund in einem eigenen Raum (manchmal auch
zu zweit).
Dort hat sich Newman gut eingelebt und hat viel schneller als erwartet gelernt
alleine zu bleiben. Der „Hörkontakt“ zu seinen vierbeinigen Nachbarn hilft ihm
und ist ihm vertraut.
Wir hatten wohl alle seine Schwierigkeiten im Haus zu leben unterschätzt. Die
für ihn unbekannten Wohngeräusche, Gerüche, Bilder und die ungewohnte Nähe zu
Menschen waren sicher viel Stress für den Hund. Hier hat er die Möglichkeit sich
Schritt für Schritt an alles zu gewöhnen.Er muss sich auch nicht gleich einem
ungewohnten Menschenalltag unterordnen, sondern erlebt einen hundgerechten, sehr
strukturierten Tagesablauf: Tolle Auslaufmöglichkeiten, gut dosierte
Spaziergänge, maßgeschneidertes Training und viele Sozialkontakte zu anderen
Hunden, das alles ist sehr nach Newmans Geschmack. Schnell hat er wieder viele
(zwei- und) vierbeinige Freunde gefunden. Hündin oder Rüde, egal! Hauptsache
zusammen rennen und spielen!
Die Trainer achten sehr auf Newmans Erregungslevel. Viel Neues macht ihn nervös
und hibbelig.
Newman gehört zu den Hunden, die durch die Zeit im Zwinger sehr geprägt wurden.
Das war ihm ja schon in Argentona anzusehen. Viele Hunde leiden im Tierheim
unter chronischem Stress und es kann im Extremfall bis zu einem Jahr dauern, bis
der Stresslevel überhaupt anfängt abzufallen. Zum Glück geht es Newman schon
jetzt jeden Tag besser.
Entspannung zu lernen ist ein wichtiger Bestandteil seines Trainings. Ein
konditioniertes Entspannungssignal für die besonderen Momente wird geübt. Aber
gutes Hundetraining findet ja bekanntlich permanent statt. Also wird jedes
ruhige und entspannte Verhalten über den Tag hinweg gemarkert und verstärkt.
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März 2011
Wir haben eine tolle, professionelle Pflegestelle für Newman gefunden. Oliver
der Vries, Hundetrainer mit viel Erfahrung bei Tierschutzhunden, wird ihn bei
sich aufnehmen.
Die Bedingungen sind optimal. Newman kann hier mit anderen Hunden zusammen leben
und er wird mit viel Herz, Einfühlungsvermögen und Hundeverstand betreut und
trainiert.
Newman fühlt sich schnell wohl und erkundet das große Freilaufgelände. Auch hier
bestätigt sich wieder sein vorbildliches Sozialverhalten, er versteht sich
wunderbar mit den anderen Hunden.
Schon nach ein paar Tagen besteht er auch den „Ressourcentest“ mit Bravour!
Dafür werden verschiedene Situationen gestellt, um zu prüfen, ob Newman
angemessen auf Annäherung reagiert, wenn er z.B. gerade ein besonders leckeres
Futter hat. Newman bleibt durchweg gelassen, nur beim „Schweineohr“ ist ihm
leichtes Unbehagen anzumerken! Aber das ist ja auch sein absoluter
Lieblingssnack!!!
Auf den Spaziergängen erkundet Newman weiter die Welt. Vieles ist ihm nach wie
vor unbekannt. Dann schlägt seine Neugier auch kurzfristig in Fassungslosigkeit
um und ein Jägerhochsitz wird aus sicherer Entfernung verbellt.
An die Leine hat sich Newman mittlerweile gewöhnt. Er kann den Radius ganz gut
einschätzen und rennt nicht mehr ständig in die Leine.
Seine große Herausforderung ist nach wie vor das Alleinsein, das weiter mit ihm
trainiert wird.
Newman sucht nun ein endgültiges Zuhause
Newman ist ein 2 Jahre alter kastrierter Galgomix und lebt jetzt in
Grevenbroich.
Er ist ein wunderschöner, fröhlicher, aktiver und sozialer Hund. Er liebt
Menschen und Hunde und lernt schnell und begeistert. Trotzdem hat er eine sehr
wichtige und prägende Zeit in einem Zwinger verbringen müssen und kennt viele
Alltäglichkeiten eines Familienhundes noch nicht. Newman braucht noch Zeit um
sich in seinem neuen Leben zurecht zu finden und er sucht einen Menschen oder
eine Familie, der/die dafür Verständnis haben und ihm dabei helfen wollen.
Er wäre auch ein toller Zweithund!
| Wenn Sie mehr über Newman erfahren möchten und ihm vielleicht
ein neues Zuhause geben möchten, melden Sie sich gerne bei Daniela Kreher dabellts@web.de Tel. 015227467708 |
Februar 2011
Newman hat sich toll entwickelt. Äußerlich ist er ein völlig anderer Hund, er
hat zugenommen und man sieht und spürt nicht mehr „nur Haut und Knochen“. Sein
Fell ist glänzend und weich geworden. Die vielen Dornen, die in überall in
seiner Haut steckten, sind entfernt und die Stellen verheilt.
Alles könnte so schön sein, doch leider akzeptiert ihn die Hündin der
Pflegestelle nicht und die Hunde müssen immer getrennt werden. Auf die Dauer
wird das nicht praktikabel sein.
Wir suchen schon einen alternativen Pflegeplatz, aber es ist nicht einfach, weil
Newman erfahrene Hundemenschen und eine passende Umgebung braucht.
Dabei ist Newman ein sehr sozialer Hund. Bei allen Begegnungen draußen ist er
sehr freundlich.
Am liebsten tollt er ausgiebig mit seiner Lieblingfreundin Kikki herum, auch
eine Hündin aus dem Tierschutz. Sie sind schnell aufeinander eingespielt. Wenn
Newman seine ungestümen 2 Minuten bekommt und seine rasend schnellen „Galgorunden“
dreht, sucht Kikki Deckung hinter einem Baum, bis wieder im „normalen“ Tempo
zusammen weiter gespielt wird.
Oder die beiden erkunden den Auslauf und legen sich dann entspannt ins Gras. Es
ist immer noch so, dass Newman sich sehr an anderen Hunden orientiert und im
Zusammensein mit ihnen zusehends an Sicherheit gewinnt. Ein wohl bleibendes
Resultat seiner Tierheimzeit.
Aber natürlich festigt sich auch die Bindung zu seinen Menschen. Newman reagiert
schon gut, wenn man ihn ruft. Er freut sich, wenn man sich mit ihm beschäftigt
und ist dann sehr eifrig. Ganz nebenbei lernt er „sitz“ und „komm“ durch
Abrufspiele und Clicker.
Zunehmend gewinnt Newman auch Vertrauen zu Menschen. Er reagiert
schnell auf seinen Namen und freut sich, wenn man sich mit ihm beschäftigt. Ganz
nebenbei lernt er „sitz“ und „komm“ durch Abrufspiele und Clicker.
Im Haus hat er sich bereits an viele Geräusche gewöhnt und macht jeden Tag
weitere Fortschritte. Nachts schläft er schon ganz ruhig auf seinem
Lieblingskissen und kann auch ertragen, wenn seine Menschen für ein paar Minuten
den Raum verlassen. Auch wenn noch lange nicht daran zu denken ist, ihn wirklich
nur für kurze Zeit alleine zu lassen. Sein Anpassungsstress ist noch immer groß
und er ist oft aufgedreht und ruhelos, er sucht dann immer die Nähe zu seinen
Menschen, wahrscheinlich würde ihm aber auch schon die Gesellschaft eines
anderen netten Hundes sehr helfen.
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Januar 2011
Zurück in Deutschland geht uns Newman nicht mehr aus dem Kopf. Wir wissen, er
hat so gut wie keine Vermittlungschance in Spanien, und wir beschließen, in
Deutschland ein Zuhause für Newman zu suchen.
Kurz nach Beginn des Neuen Jahres beginnt auch Newmans neues Leben.
Gemeinsam mit einem anderen Rüden aus Argentona darf er die lange Autoreise nach
Deutschland in seine Pflegestelle antreten. Autofahren ist neu für ihn, aber
dank Würstchen sind seine Bedenken schnell zerstreut und er hüpft in den
Kofferraum. Wenn Newman während der Fahrt unruhig wird, schaut er immer zu
seinem Hundekumpel auf den Rücksitz, und ist gleich wieder entspannter.
Zum Glück weiß er nichts von Blitzeis und Strassenglätte und wir erreichen nach
14 Stunden Autofahrt ohne Zwischenfälle seine Pflegestelle.
Die ersten Tage sind sehr aufregend. Es gibt viel zu entdecken und Newman hat
eine Menge nachzuholen.
Natürlich hat er großen Hunger und noch größeren Appetit. Nichts ist sicher vor
seiner langen Schnauze. Selbst eine auf dem Tisch abgestellte Kaffeetasse ist in
Sekunden leer geschlabbert.
Das Wichtigste für Newman sind aber seine neuen Menschen. Er folgt ihnen auf
Schritt und Tritt.
Doch es macht sich schnell bemerkbar, dass Newman den größten Teil seines Lebens
auf engstem Raum mit anderen Hunden verbracht hat. In den ersten Tagen schläft
er kaum. Zu groß ist seine Unsicherheit. Oft fallen ihm dann
im Sitzen die Augen zu und er döst ein paar Minuten mit hängendem Kopf. Halbwegs
entspannen kann er sich nur „kontaktliegend“ mit seinen Menschen. Wenn er ein
paar Minuten schläft, hat er fast immer schlimme Albträume und schreckt wieder
aus dem Schlaf hoch.
Allmählich wird klar, dass Newman auf der Straße aufgewachsen ist und das Leben
im Haus nicht kennt. Sämtliche Geräusche wie das Abpumpen der Waschmaschine,
staubsaugen oder Türknarren sind ihm fremd und machen ihm Angst. Als aus dem
Fernseher Hühnergegacker ertönt, wird dieser umgehend angesprungen und kippt
bedenklich.
Auch an viele visuelle Reize wie Lichtspiegelungen im Fenster muss er sich erst
gewöhnen.
Enge Räume machen ihm Stress. Und er versteht die Hausordnung noch nicht. Obwohl
man als Galgomix bekanntermaßen erhöhte Sitzplätze bevorzugt, darf man nicht auf
dem Esszimmertisch liegen! Man sollte auch nicht durch geschlossene
Terrassentüren rennen oder ins Sofa beißen.
Es gibt viel zu lernen für Newman…
Am liebsten ist er im Garten unterwegs, auch wenn es noch recht kalt ist. Bei
den täglichen Futtersuchspielen wird er immer besser. Konnte er sich anfangs bei
einer einfachen Würstchenspur kaum länger als wenige Sekunden konzentrieren,
setzt er nach zwei Wochen schon sehr ausdauernd seine Nase ein.
Vor allem seine Begeisterung für andere Hunde ist ungebrochen. Leider ist die
eigene Hündin der Pflegestelle sehr skeptisch, aber Newman findet schnell andere
Freunde. Wenn er mit Hunden im Freilauf spielen und toben kann, ist er
glücklich. Zumal er sich erst allmählich an Leinenspaziergänge gewöhnen muss.
Die vielen Eindrücke auf den Spaziergängen stressen ihn und die Begrenzung durch
die Leine kennt er nicht. Manchmal rennt er mit Vollgas in die Leine und
schmeißt sich dann vor Schreck und Unmut jaulend auf den Rücken. Viele Dinge
machen ihm Angst. Als er zum ersten Mal ein Reh sieht, möchte er nicht weiter
durch den Wald laufen.
Dafür genießt er es, durch den kleinen Ort zu laufen.
Am liebsten würde er an jedem Haus stehen bleiben oder noch besser den Bewohnern
einen Besuch abstatten. Menschen interessieren ihn sehr, auch wenn er noch
unsicher ist.
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Dezember 2010
Newman lebt im Tierheim im spanischen Argentona. Die Haltungsbedingungen der
über 400 Hunde sind katastrophal. Die kleinen Zwinger mit jeweils 3 bis 5 großen
Hunden bieten kaum Schutz vor Witterungsverhältnissen, der Betonboden ist
permanent feucht und es gibt weder Körbchen noch Decken. Durch die Bauweise der
Zwingeranlagen gibt es keinen Sichtschutz und keinerlei Rückzugsmöglichkeit für
die Hunde. Geräuschpegel und Gestank sind extrem.
Durch den hohen Stresslevel kommt es häufig zu Beißereien, leider nicht selten
auch mit tödlichem Ausgang.
Der einzige Auslauf findet während der täglichen Zwingerreinigung statt, dann
können sich die Hunde wenige Minuten im Korridor bewegen, was allerdings
aufgrund der Aufregung und Enge häufig zu Konflikten führt.
Das Tierheimpersonal tut sein Bestes und ihr Einsatz verdient allen Respekt. Aus
der schwierigen Situation das Beste zu machen, bedeutet nicht nur hohen
Arbeitseinsatz, sondern auch eine starke psychische Belastung. Das Tierheim
platzt bereits aus allen Nähten, trotzdem übersteigt die Anzahl der Neuaufnahmen
bei weitem die der Adoptionen. Hintergrund ist das nordspanische
Tierschutzgesetz, welches das Töten von (gesunden) Hunden verbietet, keiner aber
weiß, wohin mit den vielen ausgesetzten und herrenlosen Tieren.
Nur wenige kleine Hunde werden ab und zu von Besuchern spazieren geführt. Die
großen Hunde (und das sind fast alle), haben weniger Glück. Über Jahre erleben
sie nichts als ihr trostloses Leben im Zwinger. Die allerwenigsten haben
Aussicht, ein Zuhause zu finden.
Das ist im Dezember 2010 auch die Perspektive von Newman.
Über ein Jahr zuvor wird Newman auf der Straße in St. Pol de Mar eingefangen und
ins Tierheim gebracht. Besitzer finden sich nicht. Damals ist er etwa ein halbes
Jahr alt. Ein junger Hund voller Energie und Lebensfreude. Im Tierheim ändert
sich das schnell. Von Anfang an hat er große Probleme mit seiner neuen
Lebenssituation. Im Zwinger ist er völlig apathisch, gibt sich bald auf. Als er
tagelang nichts frisst und stark an Gewicht verliert, vermutet man eine
medizinische Ursache, jedoch kann nichts gefunden werden. Dafür blüht er
förmlich auf, wenn er den Zwinger verlassen darf und wenigstens für Minuten
Menschenkontakt hat.
Trotz der riesigen Anzahl von Hunden, die es kaum zulässt, sich um einzelne
Hundeschicksale zu kümmern, hat das Tierheim-Team Mitleid mit Newman. Er darf
sogar einige Tage im Büro wohnen, um ihn wieder aufzupäppeln, dann jedoch muss
er in den Zwinger zurück.
Dort zeigt er sich weiterhin sehr depressiv und teilnahmslos. Man sieht ihn fast
nur mit hängendem Kopf.
So fällt er uns auch bei unserem Besuch im Dezember 2010 im Tierheim auf.
Als wir darum bitten, ihn kurz aus dem Zwinger zu lassen, ist Newmans Freude
groß.
Er sucht sofort Kontakt und lässt sich begeistert streicheln.
Wir sind entsetzt als wir ihn aus der Nähe betrachten – er ist übersät mit
Narben - vor allem an seinen Beinen -, eine davon wohl von einer Drahtschlinge
am Vorderbein.
Wir können nur vermuten, was Newman in seinem kurzen Hundeleben bereits alles
hinter sich gebracht hat.
Aber die schlimmen Erfahrungen aus der Vergangenheit haben seine Begeisterung
für Menschen erstaunlicherweise nicht erschüttert.
Beeindruckt und sehr nachdenklich verlassen wir nach 4 intensiven Tagen das
Tierheim und mit ihm Newman und alle anderen Hunde, die sich trotz der Kürze der
Zeit in unsere Herzen geschlichen haben.
Newmans Spendenkonto:
Für alle, die Newmans Aufenthalt bei Oliver de Vries auch finanziell unterstützen möchten, habe ich ein Spendenkonto eingerichtet:
Kontoinhaber: Daniela Kreher
Kreissparkasse Böblingen BLZ 603 501 30
Konto-Nr. 1001103022
Das Konto wird natürlich für die Spender transparent sein.
Ich hoffe, dass ihr alle einmal in den
Genuss kommen, Newman kennen zu lernen. Dann weiß man wieder, warum und
für wen man das alles tut. Für einen spanischen Schatz!
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